Wie ist Sensitivität in der Bevölkerung verteilt?

(Quelle: flickr, Denkrahm

Neuste Studien verweisen darauf, dass Sensitivität normalverteilt ist und drei Sensitivitätsgruppen mit hochsensitiven, durchschnittlich sensitiven, und wenigsensitiven Personen existieren.

Oftmals wird die Frage gestellt, wie viele Menschen denn nun hochsensitiv sind; 15%, 20% oder doch mehr? Im Kontext des aktuellsten Forschungsstandes wird allerdings deutlich, dass diese Frage gar nicht so relevant ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

neuste Studien

Innerhalb der Sensitivitätsforschung wurde lange Zeit diskutiert, ob Sensitivität kontinuierlich (= "wie sensitiv bin ich?") oder kategorial (= "bin ich hochsensitiv oder nicht?") verteilt ist (vgl. z.B. ARON, ARON & JAGIELLOWICZ, 2012; ELLIS ET AL., 2011). Kürzlich legte die Studie von LIONETTI ET AL. (2018) dar, dass Sensitivität beides ist. Denn einerseits wurde bezüglich der kontinuierlichen Verteilung eine Normalverteilung gefunden. Somit verfügt die Mehrheit der Menschen über einen mittleren Sensitivitätslevel, während eine Minderheit eine erhöhte Sensitivität und eine weitere Minderheit eine verringerte Sensitivität aufweist (vgl. Bild mit den in etwa normalverteilten Holzstämmen). Anderseits wurde bezüglich der kategorialen Verteilung drei Sensitivititätsgruppen gefunden, welche hochsensitive, durchschnittlich sensitive und wenigsensitive Personen umfassen. Dabei hält die Studie von LIONETTI ET AL. (2018) fest, dass die Stichprobe, welche 906 US-amerikanische Psychologie-Studierende umfasst, aus 31% hochsensitiven, 40% durchschnittlich sensitiven und 29% wenigsensitiven Individuen besteht. Allerdings betonen die Autoren, dass die Grenzen dieser Sensitivitätsgruppen fliessend sind. Eine neuste Studie bestätigte diese Ergebnisse bei Kindern, wobei die hochsensitive Gruppe 25-35%, die durchschnittlich sensitive Gruppe 41-47% und die wenigsensitive Gruppe 20-35% ausmachten (vgl. PLUESS ET AL., 2018).